Heute noch die Cloud – und dann?

Zu Gast bei der 11. Xyna Konferenz der GIP 

Cloud here, Cloud there, Cloud everywhere – doch was kommt dann? Diese Frage beschäftigt am 24.11.2016 die Besucher der 11. Xyna Konferenz im Kurhaus zu Wiesbaden – laut Wikipedia einer der »prunkvollsten Festbauten Deutschlands«. Veranstaltet wird die Xyna Konferenz von der Mainzer GIP AG. Sie entwickelt die Xyna Factory, eine Workflow-Plattform zur Automatisierung netznaher Konfigurationsprozesse in Telekommunikationsnetzen.

 

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Bereits um 8.00 Uhr werden Kisten geschleppt, Geräte verkabelt, Verpflegung hergerichtet. Der aufmerksame Beobachter sieht schnell: Heute wird es wohl deutlich mehr geben als »ein paar Vorträge«. Das sieht vor allem nach viel »Schauen und Anfassen« aus.

Obwohl der Eröffnungsvortrag erst um 13:00 Uhr beginnt, treffen dann bereits um 10:00 Uhr die ersten Gäste ein. Sie finden sich gemeinsam mit Mitarbeitern der GIP in verschiedenen Workshops zusammen, in welchen neue Ideen vorgestellt und Pläne für neue Projekte geschmiedet werden.

Der Hacker des Stromnetzes 

Als um 13:00 Uhr Herr Dr. Bernd Reifenhäuser im Christian-Zeis-Saal zum Begrüßungsvortrag die Bühne betritt, ist nahezu jeder Stuhl belegt. Mit rund 200 Teilnehmern überbietet die Xyna Konferenz in 2016 damit nach 2015 erneut ihren Besucherrekord. Das Licht wird etwas gedimmt und plötzlich prangt es in großen Lettern auf der Leinwand: »Hacker des Stromnetzes«. Die Titululierung stammt aus der Zeitschrift »Technology Review« im Rahmen des Artikels über das von Herrn Dr. Reifenhäuser und Herrn Dr. Ebbes erfundene Quantum Grid, welches er neben anderen Themen in seinem Vortrag in groben Zügen erläutert. Die zentrale Frage in seinem Vortrag lautet: Was zeichnet eine Innovation aus und welche Innovationen erwarten uns in den nächsten Jahren? Außer dem Quantum Grid, welches das Stromnetz revolutionieren soll, nennt er hier vor allem Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, sowie Security & Trust als vielversprechende Aspekte.

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Im Anschluss daran stellt Herr Dr. Alexander Ebbes in seinem Vortag »Die Xyna Produktfamilie als Plattform für digitale Innovationen« die aktuellen Entwicklungen der GIP und deren Relevanz für die Anwender und Kunden vor. Er beginnt mit Xyna DCC, welches die Grundlage für das Produkt »Cloud VPN« der Telekom Deutschland GmbH bildet. Bei diesem »Plug-and-Play«-VPN erhält der Kunden einen Router und einen USB-Stick. Die Installation ist dann denkbar einfach: Den Router an den Strom und den USB-Stick an den Router stecken – fertig. Auf diese Art und Weise können Firmenkunden auch ohne eigene IT-Abteilung sehr einfach ihre Standorte miteinander vernetzen. Weitere Systeme auf Basis der Xyna Factory sind die »Xyna VPN Factory« und die »Xyna Phi Factory«, welche Herr Dr. Ebbes ebenfalls vorstellt. »Wir haben Ihnen all diese Systeme heute mitgebracht – Sie können sie sich somit nachher bei einer Tasse Kaffee gerne ganz in Ruhe aus der Nähe ansehen.«, so Herr Dr. Ebbes.

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Insbesondere die langjährigen Kunden der GIP erleben dann mit dem nächsten Thema einen Hauch von Nostalgie: Die Entwicklung des Xyna Process Modellers im Laufe der Zeit. Ursprünglich mit BPEL in der »Xyna Red Edition« gestartet wird seit 2008 ganz auf die »GIP-eigene Lösung« gesetzt: Die Xyna Black Edition, mit einer selbst entwickelten Modellierungsumgebung. Über die Jahre wurde diese sukzessive erweitert und optimiert. Nun steht der nächste große Evolutionsschritt bevor: Die Umsetzung in Adobe Flash war bisher eine gute Entscheidung, aber für die Zukunft setzt die GIP auf den Einsatz von HTML 5. Hinter den Kulissen wird deshalb bereits fleißig an einer Version des Xyna Process Modellers unter HTML 5 gearbeitet.

Nach der Vorstellung des »Xyna Industrial Internet Gateway« – einer Xyna-Lösung, die Unternehmen die Hoheit über ihre Daten zurückgibt – beendet Herr Dr. Ebbes seinen Vortrag und gibt damit den Ring frei für den Kampf um Kaffee, Kuchen und die besten Plätze an den Demo-Ständen.

Und was passiert, wenn man hier klickt? 

Vortragen und erzählen kann man ja bekanntlich viel – wirklich geglaubt wird das Gesagte oft allerdings erst, wenn man es auch »live« gesehen hat. Aus diesem Grund bietet die GIP den Besuchern die Möglichkeit, verschiedene Systeme »in Aktion« zu sehen.

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Am Stand »Cloud VPN« etwa kann man nachvollziehen, wie man als Kunde den Überblick über den Datenverkehr zwischen den einzelnen Standorten behalten kann. »Visual QoS« ermöglicht es hierbei dem Anwender mit ein paar Klicks bestimmte Datenströme/Applikationen zu priorisieren bzw. einzuschränken. Videoconferencing ist nun mal »dringender« als E-Mail-Verkehr… Auch der Ablauf des Geräteversands durch einen Logistikpartner wird anschaulich demonstriert. Der Mitarbeiter des Logistikunternehmens wird hierbei per Wizard durch den Versandprozess geführt und hält am Ende zusätzlich zum Router das zugehörige Kundenanschreiben und den Paketaufkleber in den Händen.

Zusätzlich zu den Demo-Ständen stellt Herr Dr. Sumper von der Universität Barcelona im Salon Carl Schuricht den Prototyp eines Stromrouters vor. Er greift damit das von Herrn Dr. Reifenhäuser bereits im Einführungsvortrag erwähnte »Quantum Grid« wieder auf und erläutert dabei verständlich die Funktionsweise des Routers, sowie seine Aufgabe im Quantum Grid.

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Industrie 4.0 – Fluch oder Segen? 

Nach dem Xyna Cafe startet Herr Dr. Reifenhäuser in den zweiten Teil der Xyna Konferenz mit weiteren Details zu den bereits erwähnten Innovationsansätzen, sowie einer Überleitung zu den beiden noch ausstehenden Vorträgen. Im ersten dieser beiden Vorträge berichtet Herr Dr. Blaum, was Industrie 4.0 aus der Sicht eines Maschinenbauunternehmens bedeutet. Er erläutert hierbei sowohl die Chancen und Potentiale für die Unternehmen als auch die Gefahren wie etwa ein drastischer Stellenabbau in vielen verschiedenen Bereichen. Ergänzend dazu stellt daraufhin Herr Prof. Dr. Falter in seinem Vortrag die gesellschaftlichen Folgen der Entwicklungen zu Industrie 4.0 in den Fokus. Er beschreibt in drei verschiedenen Szenarien, wie sich der – wahrscheinlich unausweichliche – Stellenabbau in den gesellschaftlichen Strukturen und Verhaltensweisen niederschlagen könnte und welche Möglichkeiten es gibt, diesen negativen Folgen entgegenzuwirken. Wie sehr die Gäste dieses Thema beschäftigt, erkennt man daraufhin an der Vielzahl der Fragen, die bezugnehmend auf seinen Vortrag aus dem Publikum gestellt werden. Zwischen Herrn Prof. Dr. Falter, Herrn Dr. Blaum und den Gästen entsteht daraufhin eine rege Diskussion.

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Ausklang bei Speis’ und Trank 

Mit zusammenfassenden Worten beendet Herr Dr. Reifenhäuser den »offiziellen« Part der Konferenz und eröffnet damit die anschließende Xyna Party. Die Gäste erwartet im Wintergarten des Kurhauses ein leckeres Buffet und die Gelegenheit für spannende und ungezwungene Gespräche mit anderen Gästen. Gegen 23:00 Uhr klingt der Abend langsam aus.

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Zusammenfassend gesagt war es ein sehr erfolgreicher und interesanter Tag – und der Termin für nächstes Jahr steht mit dem 29.11.2017 bereits fest.